Dr. Martin Memmel & Prof. Dr. Ingo Timm

Dr. Martin Memmel & Prof. Dr. Ingo Timm

Dr. Martin Memmel

Herr Dr. Martin Memmel studierte Mathematik und Informatik an der Universität Kaiserslautern und arbeitet seit 2003 als Wissenschaftler und Berater im Rahmen verschiedenster Projekte mit Partnern aus Forschung, Industrie und öffentlicher Verwaltung am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Er ist Autor zahlreicher nationaler und internationaler Publikationen und promovierte über Potentiale des Einsatzes von Social Media Technologien für verbesserten Zugriff auf digitale Inhalte. Seine Forschungsschwerpunkte sind der Einsatz von KI beim Umgang mit ortsbasierten Informationen und die Wechselwirkungen von KI und sozialen Prozessen. Martin Memmel leitet das SmartCity Living Lab im DFKI und ist zudem Gründer des DFKI Spin-Offs Quertex GmbH sowie Mitgründer des 2018 gegründeten Architektur-Startups baukobox GmbH.  

Prof. Dr. Ingo Timm

Prof. Dr. Ingo Timm hat nach dem Informatikstudium an der Universität Bremen, der TU Ilmenau sowie an der Indiana University-Purdue University Indianapolis (IUPUI) gearbeitet und wurde nach Promotion und Habilitation 2006 zunächst an die Goethe-Universität Frankfurt und 2010 an die Universität Trier berufen. 2015 hat er einen Ruf an die Exzellenzuniversität Bremen abgelehnt. Ingo Timm leitet das DFKI-Themenfeld „Kognitive Sozialsimulation“ an der Außenstelle Trier, ist ein international ausgewiesener Experte für Verteilte Künstliche Intelligenz (VKI) und forscht an Gestaltung, Steuerung, Simulation und Optimierung wissensintensiver verteilter Prozesse, kognitiver Entscheidungsmodelle, Maschinellen Lernens und verteilter Planung, die er bspw. in Produktion und Logistik, im Gesundheitswesen, in den Sozial-, Medien- und Umweltwissenschaften, in Verkehr und Mobilität oder auch der Paläoanthropologie anwendet. Ingo Timm ist Sprecher der GI-Grand Challenge „Beherrschung systemischer Risiken in weltweiten Netzen“ und einer der Sprecher des GI-Fachbereichs Künstliche Intelligenz (FBKI). Zusätzlich ist er Mitglied des Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit (ZOES e.V.) sowie der Ethikkommission der Universität Trier.

Vortrag: Entscheidungsunterstützung für das kommunale Krisenmanagement in der COVID-19-Pandemie

30.09.2020, 10.00 Uhr – 10.50 Uhr

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH wurde 1988 als gemeinnützige Public-Private-Partnership gegründet und ist auf dem Gebiet innovativer Softwaretechnologien auf der Basis von Methoden der Künstlichen Intelligenz die führende wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung Deutschlands. Das Smart City Living Lab ist ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben des DFKI zur Entwicklung und Erprobung innovativer und intelligenter Informations- und Kommunikationstechnologien für die Stadt von morgen. Damit bündelt das DFKI seine Kompetenzen aus mehreren Forschungsbereichen, um die Möglichkeiten von modernen Technologien sowie deren ökologische und soziale Verbesserungspotentiale im städtischen Umfeld, in der Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik und Bürgern zu erforschen und zu entwickeln. Eine besondere Rolle spielt hier die enge Kooperation mit der Stadtverwaltung Kaiserslautern im Rahmen der BMI-Förderung „Modellprojekte Smart Cities“.

Eine aktuell sehr große Herausforderung für Städte und Kommunen ist die COVID-19-Pandemie. Dabei ist das Verhalten von Menschen sehr stark von ihrem Umfeld abhängig. Im Gegensatz zu anderen Modellierungs- und Analyseansätzen wird bei KI- und agentenbasierter Modellierung und Simulation das Verhalten auf der Makroebene durch Nachbildung lokaler Interaktion von Akteuren, also der simulierten Menschen, auf der Mikroebene erzeugt. Das Themenfeld Kognitive Sozialsimulation des DFKI hat auf der Basis eines Influenza-Modells ein neues Simulationsmodell für COVID-19 entwickelt, mit dem sich die Ausbreitung und Auswirkungen von COVID-19 mit denen der gewöhnlichen Grippe vergleichen. Zudem können private und politische Maßnahmen für die Eindämmung der Krankheit, bspw. das sogenannte „Social Distancing“ oder unterschiedliche Schulbetriebsmodi, aktiviert und deren Wirksamkeit in der Simulation erprobt werden. So können wichtige und neuartige Beiträge zur Bewertung von Maßnahmen und damit auch zur Entscheidungsunterstützung sowie deren Erklärbarkeit geleistet werden.

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